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30.07.2021, 12:35 Uhr
CDU-Hauptamtliche wollen mehr Tempo für die Vogelsbergbahn
Entscheidende Frage für die Zukunft des ländlichen Raumes - Hessen braucht leistungsfähige Ost-West-Verbindungen - Direktverbindungen ins Rhein-Main-Gebiet eröffnen neue Perspektiven

 

ALSFELD/ LAUTERBACH/ FULDA/ GIESSEN/ MARBURG. Hauptamtliche Kommunalpolitiker der CDU entlang der Vogelsbergbahn und aus benachbarten Landkreisen haben sich am Freitag in Alsfeld getroffen und Bahn sowie Land Hessen aufgefordert, den Ausbau der Vogelsbergbahn schnell und konsequent in Angriff zu nehmen. In einem Brief an den DB-Konzernbevollmächtigten Klaus Vornhusen und den Ministerpräsidenten Volker Bouffier fordern sie zu schnellem Handeln auf. Der Appell, der etwas augenzwinkernd den Titel „10 Alsfelder Signale für mehr Tempo auf der Vogelsbergbahn“ trägt, machen die Kommunalpolitiker deutlich, warum eine gestärkte Vogelsbergbahn eine Chance für die ganze Region ist.

Das Treffen findet am Bahnhof Alsfeld statt, der 2024 von der DB barrierefrei ausgebaut wird. Dies ist der einzige bisher feststehende barrierefreie Ausbau zwischen Fulda und Gießen und wird zu 100% aus einem Programm des Bundes finanziert. „Die Vogelsbergbahn ist faktisch die einzige noch erhaltene Ost-West-Verbindung in Hessen“, so Stephan Paule, Vorsitzender der CDU-Kreistagsfraktion Vogelsberg. Sie könnte eine erheblich wichtigere Rolle wahrnehmen, wenn durch zusätzliche Überholungsmöglichkeiten bzw. teilweise doppelgleisige Streckenführung attraktivere Takt- und Fahrzeiten möglich würden. In der derzeitigen baulichen Situation sei die Vogelsbergbahn fast am Rande ihrer Kapazitäten. Wir stehen voll hinter den Ergebnissen, die Eingang in den regionalen Nahverkehrsplan des RMV gefunden haben (Beschleunigung, Einführung einer schnellen Linie RE 44), so Stephan Paule.

„Wirklich attraktiver wird die Vogelsbergbahn nur bei einem konsequenten Infrastrukturausbau!“ hebt der Vogelsberger CDU-Kreisvorsitzende Dr. Jens Mischak hervor. Darüber werde seit Jahren und Jahrzehnten diskutiert. „Jetzt ist es an der Zeit, damit Ernst zu machen und auf Worte Taten folgen zu lassen“, unterstreicht er und macht deutlich, dass nur eine (bauliche) Ertüchtigung der Vogelsbergbahn Perspektiven zu durchgehenden Zügen Vogelsberg-Rhein-Main eröffne. „Wenn Nachhaltigkeit kein Worthülse bleiben soll, braucht es gute Verbindungen in die Ballungsräume - und das auf der Schiene“, unterstreicht er. „Durchgehende Regionalexpressverbindungen Lauterbach-Alsfeld-Rhein-Main seien zwingend erforderlich, um den ländlichen Raum attraktiv zu halten. „Im Vogelsberg wohnen, in Rhein-Main arbeiten: das geht mit schnellen Bahn-Direktverbindungen“, so der Lauterbacher Bürgermeister Hans Vollmöller.

Die Vertreter des Gießener CDU-Kreisverbandes, Christopher Lipp und Landratskandidat Peter Neidel, machten deutlich, dass eine ertüchtigte Vogelsbergbahn und eine schnellere Ost-West-Verbindung auch für den Landkreis Gießen von großer Bedeutung seien. „Wir unterstützen die Forderung nach einer Modernisierung und einem Ausbau der Vogelsbergbahn, denn nur so kann eine grundlegende Verbesserung des Bahn-Angebotes zwischen Gießen und Fulda erreicht werden.

Damit können wir nicht nur Anreize für den Umstieg vom Auto auf die Bahn schaffen, sondern wir sorgen mit der Verbesserung der Bahn-Infrastruktur auch für eine Attraktivitätssteigerung des ländlichen Raumes und damit letztlich für gleichwertige Lebensverhältnisse“, erläutert Lipp. Die Vogelsbergbahn biete durch ihre Stationen im Gießener Umland gute Möglichkeiten dazu und werde deswegen bereits rege genutzt.

Der Fuldaer CDU-Bezirksvorsitzende Heiko Wingenfeld machte deutlich, welche Bedeutung die Bahnanbindung für die Region Fulda habe. „Für den Wirtschafts-, Kongress- und Tourismusstandort Fulda ist die Bahn von allerhöchster Bedeutung. Die exzellente Anbindung Richtung Norden, Süden und Osten sei ein Erfolgsgeheimnis unserer Region, so Wingenfeld. „Nur das Angebot nach Westen – Richtung Gießen und Marburg bleibt aufgrund der gegebenen infrastrukturellen Begrenzungen unter seinen Möglichkeiten. „Hier wird es höchste Zeit zu handeln“, so Wingenfeld, der darauf hinweist, dass bei einer Ertüchtigung der Vogelsbergbahn Fahrzeiten möglich werden könnten, die mit dem Auto absolut mithalten könnten. Frederik Schmitt weist in diesem Zusammenhang auch auf das hohe Potential der Bahnstrecke für Einpendler/innen aus dem Landkreis Fulda und den Nachbarlandkreisen hin. „In diesem Zusammenhang muss im Rahmen eines Gesamtkonzeptes auch geprüft werden, ob im Rahmen eines Ausbaus zusätzliche Haltepunkte im Fuldaer Umland geschaffen werden könnten“.

Marian Zachow, stellv. Bezirksvorsitzender der mittelhessischen CDU aus Marburg-Biedenkopf, macht deutlich, welche Relevanz die Vogelsbergbahn auch für Landkreise hat, die nicht unmittelbar an der Bahntrasse liegen. „Durch kluge Weichenstellungen bei den Schnellbussen sind auch die Nachbarlandkreise näher an die Vogelsbergbahn gerückt“, und verweist auf den bereits eingeführten X33 Hersfeld-Alsfeld und den zum Fahrplanwechsel 2021 startenden X35 Alsfeld-Stadtallendorf-Marburg. Auch aktuelle Überlegungen und Untersuchungen zur Reaktivierung der Ohmtalbahn könnten nicht unabhängig von einer leistungsfähigen Vogelsbergbahn gedacht werden.

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